La Seyne-sur-Mer, eine bezaubernde Küstenstadt nahe Toulon in Frankreich, beherbergt eine der bedeutendsten Werften der Schifffahrtsgeschichte: die Société Nouvelle des Forges et Chantiers de la Méditerranée. Lokal bekannt als Forges et Chantiers de la Méditerranée, spielte diese Werft eine zentrale Rolle in der industriellen und maritimen Geschichte Frankreichs und darüber hinaus. Ein Besuch dieses historischen Ortes bietet eine faszinierende Zeitreise, die die Entwicklung des Schiffbaus und die industrielle Stärke der Region zeigt.
Die Ursprünge der Société Nouvelle des Forges et Chantiers de la Méditerranée gehen auf das Jahr 1835 zurück, als der englische Ingenieur Philip Taylor in Menpenti, Marseille, eine Fabrik gründete, die sich der Herstellung von Dampfmaschinen und Schiffsmotoren widmete. Taylors Vision und Ehrgeiz führten ihn bald dazu, 1845 die Werft Chantiers de la Seyne in La Seyne-sur-Mer zu erwerben, die bereits 1839 begonnen hatte, von Holz- auf Metallschiffbau umzustellen.
Unter Taylors Führung erlebte die Werft ein rasantes Wachstum, wobei die Belegschaft von etwa 200 auf 1.300 zwischen 1845 und 1848 anwuchs. Diese Zeit des Wohlstands wurde durch den Aufstieg der Binnen- und Dampfschifffahrt, das Wachstum des Mittelmeerhandels, die Industrialisierung Norditaliens und die Kolonisierung Algeriens befeuert. Trotz der Wirtschaftskrise von 1848 florierte Taylors Unternehmen, was 1853 zur Gründung der Compagnie des Forges et Chantiers de la Méditerranée führte, einer integrierten Schiffbaugesellschaft, die drei wichtige Einrichtungen vereinte: die Forges de la Capelette in Marseille, die Menpenti-Fabrik und die Werft Chantiers de La Seyne.
1855 verkaufte Taylor das Unternehmen an ein Konsortium unter der Leitung von Armand Béhic, dem damaligen Direktor der Reederei Services Messageries Imperiales. Im folgenden Jahr wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 4 Millionen Francs umgewandelt und in Société Nouvelle des Forges et Chantiers de la Méditerranée umbenannt. Béhic blieb 35 Jahre lang an der Spitze und führte das Unternehmen durch eine Phase bedeutender Expansion und Innovation.
Die Werft etablierte sich schnell als führend in der Produktion von Eisenpanzerungen, Platten und Kesseln und erfüllte Exportaufträge für Kriegsschiffe aus Ländern wie Russland, Italien und Brasilien. 1871 erwarb das Unternehmen die Schiffsmotorenfabrik Cie Anonyme des Chantiers de l’Océan in Le Havre und erweiterte damit seine Fähigkeiten und Belegschaft. Die neue Einrichtung, Chantiers de Graville, wurde zu einem Zentrum für den Bau moderner Kriegsschiffe und spielte eine entscheidende Rolle bei der Wiederbewaffnung der französischen Armee von den Deutsch-Französischen Kriegen bis zum Ersten Weltkrieg. Bis 1917 hatte das Unternehmen auch mit der Herstellung von Panzern begonnen und trug so zu Frankreichs militärischen Anstrengungen während des Krieges bei.
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Die Société Nouvelle des Forges et Chantiers de la Méditerranée sah sich während des Zweiten Weltkriegs erheblichen Herausforderungen gegenüber, da ihre Einrichtungen mehrfach bombardiert wurden, was die Produktion störte. Die Modernisierungsbemühungen nach dem Krieg konnten jedoch die Werftenkrise von 1959 und den starken Rückgang der Nachfrage nach Kriegsschiffen nicht abwenden. Am 1. Juli 1966 erklärte das Unternehmen Insolvenz.
Die Werft wurde anschließend von der Herlicq-Gruppe übernommen und in Constructions Navales et Industrielles de la Méditerranée umbenannt, die sich schließlich zu dem heutigen CNIM (Constructions Industrielles de la Méditerranée) entwickelte. CNIM verlagerte seinen Fokus auf den Bau spezialisierter Schiffe wie LNG- und Öltanker und diversifizierte in andere Geschäftsbereiche. 1982 wurde das Unternehmen in Constructions Industrielles de la Méditerranée umbenannt, was sein Engagement für die Energie- und Maschinenbau-Sektoren betonte.
Im Laufe seiner bewegten Geschichte war die Société Nouvelle des Forges et Chantiers de la Méditerranée an zahlreichen Verteidigungsprojekten für das französische Militär beteiligt, einschließlich des Baus verschiedener Landfahrzeuge und Kriegsschiffe. Einige bemerkenswerte Schiffe, die von der Werft gebaut wurden, sind die brasilianische gepanzerte Korvette Brasil (1865), das türkische Panzerschiff Âsâr-ı Tevfik (1868), das niederländische Monitor-Schiff Schorpioen (1868) und das französische Schlachtschiff Amiral Duperré (1876), um nur einige zu nennen.
Zusätzlich zu seinen Beiträgen zur Kriegsführung baute die Werft auch mehrere Passagierschiffe, wie den französischen Liner La Bourgogne (1885) und das norwegische Kreuzfahrtschiff Sagafjord (1965), was seine Vielseitigkeit und Expertise im Schiffbau unter Beweis stellt.
Heute können Besucher von La Seyne-sur-Mer die Überreste dieser einst bedeutenden Werft erkunden und Einblicke in das industrielle Erbe der Region gewinnen. Die bewegte Vergangenheit der Werft ist ein Zeugnis für den Einfallsreichtum und die Widerstandsfähigkeit der Menschen, die dort arbeiteten und die maritime Geschichte prägten. Wenn ihr durch das historische Gelände wandert, könnt ihr euch die geschäftige Aktivität vorstellen, die einst die Luft erfüllte, mit dem Klang von Hämmern und dem Summen von Maschinen, das über die Werft hallte.
Abschließend steht die Société Nouvelle des Forges et Chantiers de la Méditerranée als Symbol für industrielle Stärke und maritime Exzellenz. Ihr Erbe inspiriert und fesselt weiterhin Besucher und bietet einen Einblick in die reiche Geschichte des Schiffbaus in La Seyne-sur-Mer. Ob ihr Geschichtsbegeisterte, maritime Liebhaber oder einfach neugierige Reisende seid, ein Besuch dieser historischen Werft wird sicherlich eine unvergessliche und bereichernde Erfahrung sein.
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