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Nikolaikirche
Papenburg

Nikolaikirche Papenburg

Nikolaikirche

Im Herzen von Papenburg in Niedersachsen befindet sich die Nikolaikirche, ein beeindruckendes Zeugnis der reichen Geschichte und architektonischen Meisterleistung der Stadt. Diese evangelische Kirche, die im späten 19. Jahrhundert im auffälligen neugotischen Stil errichtet wurde, ist seitdem ein spiritueller und kultureller Mittelpunkt. Mit ihrem hohen Turm und den kunstvollen Details ist sie ein unverzichtbares Ziel für Besucher der charmanten deutschen Stadt.

Die Ursprünge und der Bau der Nikolaikirche

Die Geschichte der Nikolaikirche beginnt im Jahr 1868, als der Schiffbauer Lambert Röttgers einen Teil seiner ehemaligen Werft für den Bau einer neuen Kirche verkaufte. Der von dem Staatsbaumeister Wellenkamp aus Osnabrück entworfene Bau wurde im neugotischen Stil errichtet, der damals sehr populär war. Nach 18 Monaten Bauzeit wurde die Kirche am 23. Februar 1870 eingeweiht, mit einem Turm, der eine beeindruckende Höhe von 39 Metern erreichte.

In den ersten Jahren erlebte die Nikolaikirche einige bedeutende Ergänzungen. 1872 wurde eine Orgel mit 11 Registern installiert, was die musikalischen Möglichkeiten der Kirche erweiterte. Ein Jahr später kam eine Turmuhr hinzu, die zu einem markanten Merkmal der Fassade wurde.

Erweiterungen und Renovierungen

Mit dem Wachstum der Gemeinde wuchs auch die Kirche. 1885 wurde die Empore vergrößert, und 1894 erhielt das Kirchenschiff einen neuen Anstrich. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden weitere Verschönerungen vorgenommen, darunter Buntglasfenster, die 1899 von der Hunstock-Stiftung finanziert wurden. Diese Fenster, die Peter, Jesus und Paulus darstellen, fügten dem Altarbereich eine lebendige Note hinzu. Zur gleichen Zeit wurden Kandelaber installiert, die das Ambiente der Kirche verbesserten.

Die Kirche wurde auch ein Ort des Gedenkens. 1926 wurde an der Südwand eine Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen angebracht. Diese Tafel wurde 1969 in den Eingangsbereich in der Nähe des Glockenliftes verlegt.

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Modernisierung und Erhaltung

Im 20. Jahrhundert wurde die Nikolaikirche mehrfach modernisiert. 1933 ersetzte ein zentrales Heizungssystem den alten Ofen, was die Kirche in den kalten Monaten komfortabler machte. Die Fenster im südlichen Bereich wurden 1936-1937 erneuert, und weitere Renovierungen 1956 umfassten den Austausch der nördlichen Fenster.

1960 wurde eine neue Turmuhr installiert, und am Eingang wurde eine Bronzetafel mit der Inschrift Diese Kirche ist ein Denkmal evangelischer Bruderliebe angebracht. Dieser Satz war ursprünglich Teil der Innenausstattung der Kirche und in großen Buchstaben auf dem Bogen vor dem Altarbereich gemalt.

Die Orgel der Kirche erfuhr 1965 bedeutende Verbesserungen, als ein neues Instrument mit 14 Registern von Emil Hammer Orgelbau installiert wurde. Weitere Renovierungen im Jahr 1969 umfassten den Bau einer Sakristei und eines Heizungsraums, den Wechsel zu einer Ölheizung, eine Neugestaltung des Altarbereichs und eine Absenkung der Empore mit einer neuen Treppe. Auch die Kirchenbänke und der Boden wurden erneuert.

Umbenennung und jüngste Renovierungen

Am 2. März 1980 beschloss die Gemeinde, ihr Gotteshaus von Kirche am Hauptkanal in Nikolaikirche umzubenennen. Diese Änderung markierte ein neues Kapitel in der Geschichte der Kirche.

Mitte der 1990er Jahre waren umfangreiche Renovierungen erforderlich. Die Dachkonstruktion wurde stabilisiert, Risse in den Gewölben repariert, die Bleiglasfenster erneuert und der Heizungsluftkanal verlegt. Während dieser Renovierungen wurden alte Farbschichten entfernt, wodurch künstlerische Malereien aus dem Jahr 1894 in Form einer Sonne in der Kuppel des Altarraums zum Vorschein kamen. Diese Malereien wurden restauriert und fügten dem Inneren der Kirche eine historische Note hinzu.

Die Kirchenbänke, die ursprünglich aus der St. Katharinenkirche in Osnabrück stammten und 1994 der Nikolaikirche gespendet wurden, erhielten einen neuen Anstrich. Der Altarbereich wurde 1997-1998 erneut umgestaltet, wobei der neue rote Backsteinaltar und die Sandsteinplatte von Siegfried Zimmermann entworfen wurden. Die Bronze-Christusgruppe hinter dem Altar, ebenfalls von Zimmermann, zeigt die Auferstehung und die Reaktion der Gemeinde, wobei die Beobachter einen Jesus sehen, der die Gemeinde segnet.

Ein 100 Jahre alter Holzbalken, der in einer Scheune gefunden wurde, wurde an der Vorderseite der Kanzel angebracht. Die geschnitzten Samenkörner beziehen sich auf eine Passage aus dem biblischen Buch Prediger (Prediger 11:6). Die Kronleuchter wurden während der Renovierung des Chorraums in Hildesheim restauriert.

Die Glocken und die Orgel

Die Glocken der Nikolaikirche haben eine bewegte Geschichte. Ursprünglich bestand das Geläut aus zwei Bronzeglocken, von denen die größere 1917 für Kriegszwecke beschlagnahmt wurde. 1923 bestellte Pastor Ocker zwei neue Stahlglocken, die 1924 geweiht wurden. Die verbleibende kleine Bronzeglocke wurde verkauft, um die neuen Glocken zu finanzieren. 1959 wurde eine neue Bronzeglocke gespendet, um das 100-jährige Jubiläum der Kirche zu feiern. Zwei weitere Bronzeglocken wurden 2009 geweiht und ersetzten die Stahlglocken, die tiefe Rostlöcher entwickelt hatten. Die Glocken und Bauarbeiten kosteten rund 65.000 Euro, die größtenteils vom Förderverein Nikolaikirche Papenburg e.V. finanziert wurden.

Auch die Orgel der Kirche wurde erheblich verbessert. 2015 wurde die Hammer-Orgel renoviert und erweitert, was über 100.000 Euro kostete. Die Arbeiten wurden vom Orgelbauer Georg Schloetmann durchgeführt, der zwei Register zum Hauptwerk und drei zum Pedal hinzufügte. Die Orgel verfügt nun über etwa 1.000 Pfeifen, was einen reicheren und nuancierteren Klang bietet. Das Orgelgehäuse erhielt später einen neuen, hellen Anstrich.

Die Nikolaikirche in Papenburg ist mehr als nur ein Ort des Gottesdienstes; sie ist ein historisches Denkmal, das die Zeit überdauert hat. Ihre architektonische Schönheit, reiche Geschichte und kontinuierlichen Bemühungen um Erhaltung und Verbesserung machen sie zu einem Muss für jeden, der Papenburg erkundet. Ob ihr von ihrem neugotischen Charme, ihrer historischen Bedeutung oder ihrer ruhigen Atmosphäre angezogen werdet, die Nikolaikirche verspricht ein fesselndes Erlebnis für alle, die ihre Türen betreten.

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